1×1 der Akutdialyse bei akutem Nierenversagen

Das akute Nierenversagen (ANV/AKI) spielt in der Akut-, Notfall- und Intensivmedizin eine große Rolle. Etwa 57% aller Patienten auf der Intensivstation haben ein (begleitendes) ANV, wobei etwa 5-13% eine Nierenersatztherapie benötigen. Die Mortalität wird zwischen 20%-80% angegeben, wobei hier die Komorbiditäten und Genese des ANV für die hohe Schwankungsbreite maßgeblich sind.

Für den Akut- und Notfallmediziner ist es wichtig die absoluten Dialyseindikationen zu erkennen. Speziell die Hyperkaliämie mit und ohne EKG-Veränderungen ist häufig auf den Notaufnahmen zu finden, aber eben auch die Volumenüberlastung und urämische Symptomatik.

Kommt man in die Verlegenheit einen temporären Dialysekatheter legen zu müssen (egal wie er im Haus heißt, Quinton, Shaldon, HF-Katheter, etc..) ist einiges zu beachten. Neben der korrekten, möglichst sterilen, ultraschallgesteuerten Punktion ist auch die Wahl des Gefäßes und der Katheterlänge für die Kollegen, die Dialysieren von Bedeutung. Der vor allem Anästhesisten und Intensivmedizinern geliebte V. subclavia-Zugang ist für die CRRT, also kontinuierliche low-flow-Therapie (CVVHD, CiCa, etc.) zwar vollkommen ausreichend, aber hat für die intermittierende Dialyse (iHD) auf der Nephrologie (HF, HD, HDF) meist eine zu geringe Flussrate (low-flow CRRT – z.B. bei 80 kg Patienten – flow 25-100 ml/min; iHD-flow 150-350 ml/min). Außerdem haben diese Zugänge eine deutlich erhöhte Stenosierugsrate, was für die langfristige (Dialyse-)Versorgung des Patienten von Nachteil ist.

Natürlich ist die Wahl des Modus und der weiteren Versorgung nicht die Aufgabe des Akut- und Notfallmediziners, dennoch soll die Infographic eine kleine Übersicht über die Nierenersatztherapie beim akuten Nierenversagen bieten.

 

Viel Spaß! Und bei Fragen einfach melden!