YEMA Narkose Checkliste – Druckversion in the making

Sei es für eine Rapid Sequence Induction, eine Delayed Sequence Induction oder eine Controlled Rapid Sequence Induction, einen Plan für eine Narkose zu haben, schadet nie! Noch besser als einen Plan, den man im besten Fall auch dem ganzen Intubations – Team mitteilt, ist unserer Meinung nach eine Checkliste. Eine intra- oder prähospitale Narkoseeinleitung ist per se stressig genug, jede Möglichkeit zum kognitiven Freimachen sollte man somit ausnützen. Innerhalb von einer Minute kann unsere Checkliste dem gesamten Team vor der Intubation mitgeteilt werden, so dass alle helfenden Hände die notwendigen Utensilien parat haben und das Team ein gemeinsames Mindset teilt. In den nächsten Wochen werden wir auch eine Druckversion erstellen – habt Geduld!

Copyright @ YEMA; PocketCard RSI YEMA Vorderseite

 

Copyright @ YEMA; PocketCard RSI YEMA Rückseite

PocketCards 2.0

Im kommenden Jahr werden wir Euch mit noch mehr Referenzen, PocketCards und Beiträgen versorgen. Um das Warten erträglicher zu machen, hier vorerst mal ein Teaser.

YEMA Flyer Pocketcards 2021

Wie es im Jahr 2020 bei YEMA weitergeht

Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer von YEMA!

Zuletzt mussten wir die 1. Hälfte unseres Jahresprogramms aufgrund des COVID-19 Lockdowns absagen. Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung blicken wir gespannt auf die aktuellen Entwicklungen und deutlich steigende Infektionszahlen.

Nach intensiven Diskussionen im Vorstand haben wir uns schweren Herzens entschlossen, auch die zweite Hälfte unseres Jahresprogramms abzusagen. Im Jahr 2020 wird es daher kein YEMA goes PUB.lic geben. Mit einer „zweiten Welle“ am Horizont möchten wir auf keinen Fall für einen Cluster im Bereich des Gesundheitspersonals verantwortlich sein – wir bitten um Euer Verständnis. 

Abseits dieser schlechten Nachrichten möchte wir Euch mitteilen, dass wir uns intensiv damit auseinandersetzen, wie man die „YEMA-Experience“ auch ohne unser Programm umsetzen kann. 

Wir wünschen Euch alles Gute und hoffen, dass Ihr gut durch diese schwierigen Zeiten kommt!

Herzliche Grüße

Euer YEMA-Vorstand

#EMTribe in COVID-19-Zeiten

Liebe FOAM-Community! 
 
Im Moment haben wir alle viel mit der COVID-19-Krise zu tun, viele sind schon mittendrin, viele bereiten sich noch auf die kommende Zeit vor. Mit #M4MvsCOVID https://m4mvscovid.de/ und vielen anderen Projekten versuchen wir der Krise Herr zu werden und das ist einfach Spitze! Danke an alle!
 
Wir dürfen bei allem aber nicht vergessen, dass COVID-19-negative Patient*innen uns genauso brauchen. Wir dürfen in dieser Zeit bei der Versorgung von (Akut-)Patient*innen nicht von unserer bisherigen qualitativ hochwertigen Arbeitsweise zurücktreten.
 
Wenn ein Patient/eine Patientin eine diagnostische oder therapeutische Maßnahme benötigt, sollte er/sie diese auch in Krisenzeit erhalten! 
Vor allem in Hinblick auf elektive Interventionen müssen wir uns immer noch kritisch die Frage stellen, aufschiebbar oder nicht. Und wenn eine Intervention aufgeschoben werden kann, bitte niemals vergessen unseren Patient*innen auch eine realistische zeitliche Perspektive zu bieten.
 
Denkt an alle, seid für alle da; auch für euch gegenseitig!
 
Wir sind der #EMTribe
 

COVID-19 und #FOAMed

In der gegenwärtigen Krise zeigt sich sehr gut, wie wichtig eine dynamische Aufbereitung von Inhalten ist. Angefangen vom tollen COVID-19 Kapitel im Internet Book of Critical Care bei EMCrit, hat sich auch im deutschsprachigen Raum sehr schnell einiges in der #FOAMed Szene getan.

Als erstes möchten wir die ganz neue Seite M4MvsCOVID hervorheben, hier hat sich eine Vielzahl von Autoren aus unterschiedlichen Bereichen zusammengefunden, um ein zentrales aktuelles Nachschlagewerk zu erstellen.

Auch auf der bekannten Seite dasFOAM.org, dem „Mutterschiff“ der deutschsprachigen #FOAMed Bewegung finden sich viele Artikel zu COVID-19, einige davon mit direkter Beteiligung der YEMA:

Aber auch auf bei vielen anderen Quellen finden sich sehr interessante Artikel, etwa bei Nerdfallmedizin, den pin-up-docs oder den Rettungsaffen.

Auf Twitter hat sich der Hashtag #M4MvsCOVID für alle #FOAMed Inhalte zu COVID-19 etabliert.

Und YEMA-Events?

Nachdem derzeit noch nicht ganz klar ist, wann die Gastronomie wieder öffnet und ab wann Veranstaltungen wieder erlaubt sein werden, können wir Euch noch keine Infos geben, wann wir mit unserem Jahresprogramm Yema goes PUBlic starten werden. Alle Mitglieder erhalten über unseren Newsletter aktuelle Updates, für mehr Infos und laufende Hinweise auf empfehlenswerte #FOAMed Inhalte folgt uns auf Facebook oder Twitter!

Wenn ihr #FOAMed auf Deutsch unterstützen wollt, werdet doch einfach Mitglied bei YEMA!

Unser Jahresprogramm geht in die 2. Hälfte

Auch im zweiten Halbjahr warten einige spannende Veranstaltungen auf Euch!

Ab September können wir Dank einer Kooperation mit der AAEM eine DFP-Approbation unserer Events erreichen. Damit bekommt ihr 2 DFP Punkte pro Event direkt auf Euer Konto bei der Ärztekammer gutgeschrieben.

Natürlich sind auch auch Kollegen aus der Pflege, Sanitäter und Studierende herzlich Willkommen!

Der Mitgliedsbeitrag beträgt 20€ pro Jahr (10€ für Studierende/Schüler).

Gleich Mitglied werden, vorbeikommen und unterschreiben!

The big sick – Tag 2 – Therapie von Schwerkranken/Schwerstverletzten innerhalb der 1. Stunde

Zermatt. Auf 1605 Höhenmeter liegt der Schweizer Ort am Fuße des Matterhorns. Umgeben von mehreren Viertausendern stellte er schon lange eine Idylle der Alpen dar. Touristen, Wintersportler, Bergsteiger finden sich hier jedes Jahr im Sommer als auch im Winter ein und gehen ihren Freizeitaktivitäten nach. Ab und an passiert auch ein Unfall hier, dann kommt die Air Zermatt ins Spiel, die Luftrettung der Zermatter Berge.

Bevor jedoch die Air Zermatt besucht wird, das passiert nämlich morgen, steht ein Tag mit weiteren spannenden Talks an. Neue Hybrid-Schockräume in Japan und ECMO sieht Zack Shinar als die Zukunft der innerklinischen Notfallmedizin an. Er wirkt bei seinem Vortrag beinahe wie ein Hollywood-Star.

REBOA bei traumatischem Kreislaufstillstand oder als Blutungskontrolle war gestern. In Norwegen stellt gerade ein ambitionierter Anästhesist sein PhD Projekt auf die Beine und organisiert REBOA-Einsätze bei nicht-traumatischem, prähospitalen Kreislaufstillstand. Seine These ist, dass durch den Minimal-Kreislauf (Ballon distal der linken Arteria subclavia) höhere ROSC-Raten erzielt werden können

ILCOR in Person von Prof. Charles Deakin (kennt man von den ERC-Guidelines) war auch vertreten. Die Paramedic2 Studie habe gezeigt, dass zwar öfters ROSC erzielt werde, das gute neurologische Outcome jedoch nicht signifikant häufiger war. Generell gebe man tendenziell zu viel Adrenalin, die Dosis von 1 mg wurde eben nie wissenschaftlich eruiert. Möglicherweise könne sogar eine kontinuierliche Gabe, z.B. mittels dirty epinephrine drip, Benefits bringen, so Deakin. Double sequential defibrillation könne mit dem Risiko angewendet werden, dass die Defibrillatoren Schaden nehmen. Weiters kann nicht genau eruiert werden, ob die 2 Schocks wirklich zur selben Zeit oder Millisekunden verzögert appliziert werden. Zum Ende seines Vortrages gab er noch im Scherz bekannt, warum er nicht „twittere“: „because then ILCOR would fire me.“

Als nächstes präsentierte das THOR Netzwerk aus Norwegen im völligen Kontrast zur gestrigen Lecture von Benedikt Lorenz ihren Zugangsweg zur Massentransfusion – nämlich Verwendung von WHOLE BLOOD (Vollblut).

In der norwegischen Marine werden alle Besatzungsmitglieder im Falle eines Angriffes bzw. im Falle von Patienten, die eine Massentransfusion benötigen, als „walking blood donors“ herangezogen. Jeder Soldat habe an der Rückseite seine schusssicheren Weste einen Blutbeutel, der eben im Anlassfall mit seinem Vollblut gefüllt werden kann. Die Soldaten werden vorab getestet, so dass die Blutbeutel bereits fertig beschriftet sind.

Dr. Spinella, ein pädiatrischer Intensivmediziner und ehemaliger Militärarzt der USA in Bagdad, gehört ebenfalls dem THOR Netzwerk an. Die theoretische DO2 mit den verschiedenen Massentransfusionsprotokollen sieht man anschließend. Vollblut solle hier einen Vorteil bringen und das Outcome verbessern – Studien dazu gibts es nur bedingt.

Nach der letzten Session traf man sich noch an der Bar des Hotel Alex und bekam von einem US-Paramedic und einem Pararescue Jumper der US-Airforce eine 2-stündige Einschulung auf die verschiedensten Tourniquets. Die Anwendung erscheint einfach, doch gibt es einige Pitfalls und Tipps/Tricks, die beachtet werden müssen. Jeden angelegten Tourniquet soll man demnach: 1. Optimal anlegen, 2. Reevaluieren (Lage, Festigkeit), 3. Downgraden (Nach distal verschieben; bei minimaler Blutung – Druckverband und Tourniquet entfernen)

So das war wieder unsere kleine Zusammenfassung des 2. Tages. Für morgen steht der Besuch des Heliports Air Zermatt an.

YEMA bei der „the big sick“ conference in Zermatt

Im Schweizer Skiort Zermatt ist sie wieder zusammengekommen, die Community der Notfall- und Intensivmedizin. Internationale Größen dieser Community präsentieren hier die neuesten Errungenschaften und die vielversprechendsten Studien. Es werden Workshops, Hands-On Trainings als auch Longline Training mittels Helikopter angeboten, und das alles unter der Schirmherrschaft der berühmten Air Zermatt.

Der erste Tag der Konferenz startete mit Dr. Michael Seltz Kristensen. Unter dem Motto „Waking up the patient is not an option“ wurden (seltene) Varianten des Atemwegsmanagement – z.B. die retrograde Intubation – Schritt für Schritt erklärt. Interessanterweise verwendet man dafür einen Epiduralkatheter und schiebt diesen retrograd nach oral. Weiter ging es mit Airway Management in der Intensivmedizin. Einen Plan für den „unexpected difficult airway“ zu haben und vor der Intubation kurz innezuhalten, bringt alle Teammitglieder auf die selbe Seite. Auf der ICU empfiehlt Dr. Soren Rudolph mehr Feng Shui zu erzeugen, da diese ein „terrible environment“ für die Intubation sei – Stichwort Platz schaffen.

Wenn Captain David Kelly über Helikoptereinsätze spricht, empfiehlt er, Piloten sollten eher älter, reif und runzlig sein – denn HEMS-Einsätze sind für alle Mitarbeiter stressig. Aber nicht für alle zur selben Zeit… (blau – Pilot, rot – Doctor, Paramedic)

Das Nachmittagsprogramm wurde von Prof. Tim Harris, Experte für Sonographie während des Kreislaufstillstandes, eingeläutet – er warnte vor schlechter inter-observer Reliabilität bei der Untersuchung von Asystolie. Daher soll immer der am besten trainierte Sonographer beim Kreislaufstillstand schallen. Auch laut den ERC Guidelines soll die Sonographie in der Reanimation erogen werden.

Nach einem Vortrag über prähospitale Amputation und prähospitale Anästhesie (Dose low, Paralytics high), gefolgt von einem Hühnerstall im französischen Schockraum (Team leadership!!!) und über Bell’s Helikopterflotte, war wieder Tim Harris an der Reihe. In seinem Dogma der frühen Resuscitation im traumatischen Schock plädiert er für einen kompletten Verzicht von Kristalloiden und schlägt vor, lediglich Blutprodukte zum Wohle der Blutgerinnung des Patienten zu geben. Dem gegenüber stand Dr. Benedikt Lorenz aus dem „Ruhr Pott“ (Studium an der MedUniGraz), der eine ROTEM gesteuerte, Faktoren- und Fibrinogen-basierte Therapie von Trauma-Patienten anwendet. An seiner Klinik in Essen werden zeitlich versetzt mehrere ROTEMs für einen Patienten durchgeführt – damit können Blutprodukte massiv eingespart werden. Für manche Teilnehmer aus den USA war dieses Konzept nicht sinnhaft genug – eine spannende und emotionale Diskussion wurde im Anschluss an diese Vorträge geführt, in der sich die unterschiedlichen Paradigmen noch stärker darstellten.

ECMO darf natürlich auch nicht fehlen…

So, das war die kurze Zusammenfassung vom 1. Tag der „the big sick“ conference. – 2 weitere interessante Tage werden folgen. Wir halten euch auf dem laufenden.