Unser Jahresprogramm geht in die 2. Hälfte

Auch im zweiten Halbjahr warten einige spannende Veranstaltungen auf Euch!

Ab September können wir Dank einer Kooperation mit der AAEM eine DFP-Approbation unserer Events erreichen. Damit bekommt ihr 2 DFP Punkte pro Event direkt auf Euer Konto bei der Ärztekammer gutgeschrieben.

Natürlich sind auch auch Kollegen aus der Pflege, Sanitäter und Studierende herzlich Willkommen!

Der Mitgliedsbeitrag beträgt 20€ pro Jahr (10€ für Studierende/Schüler).

Gleich Mitglied werden, vorbeikommen und unterschreiben!

HOT HOT HOT! Die Paramedic2 Studie

Gestern ist die PARAMEDIC2 Studie im New England Journal of Medicine erschienen. In diesem großen RCT mit 8014  Patienten wurde im prähospitalen Setting die Anwendung von Adrenalin gegen Placebo bei erwachsenen Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand untersucht.

Das primäre Endpunkt war das 30-Tage Überleben, der sekundäre Endpunkt eine gutes neurologisches Outcome nach 30 Tagen.

Hinsichtlich des primären Outcomes hatte die Adrenalin-Gruppe einen leicht signifikanten Vorteil (2.4% vs. 3.2%, P=0.02), es gab jedoch keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich des neurologischen Outcomes (2.2% vs. 1.9%), es zeigte sich sogar, dass in der Adrenalin Gruppe mehr Patienten mit einem sehr schlechten neurologischen Outcome entlassen wurden (31.0% vs. 17.8%).

In Kürze: Adrenalin erhöht das primäre Überleben, es gibt jedoch keine Vorteile beim neurologischen Outcome. 

Link zur Studie (NEJM – Open Access)


BACKGROUND

Concern about the use of epinephrine as a treatment for out-of-hospital cardiac arrest led the International Liaison Committee on Resuscitation to call for a placebo-controlled trial to determine whether the use of epinephrine is safe and effective in such patients.

METHODS

In a randomized, double-blind trial involving 8014 patients with out-of-hospital cardiac arrest in the United Kingdom, paramedics at five National Health Service ambulance services administered either parenteral epinephrine (4015 patients) or saline placebo (3999 patients), along with standard care. The primary outcome was the rate of survival at 30 days. Secondary outcomes included the rate of survival until hospital discharge with a favorable neurologic outcome, as indicated by a score of 3 or less on the modified Rankin scale (which ranges from 0 [no symptoms] to 6 [death]).

RESULTS

At 30 days, 130 patients (3.2%) in the epinephrine group and 94 (2.4%) in the placebo group were alive (unadjusted odds ratio for survival, 1.39; 95% confidence interval [CI], 1.06 to 1.82; P=0.02). There was no evidence of a significant difference in the proportion of patients who survived until hospital discharge with a favorable neurologic outcome (87 of 4007 patients [2.2%] vs. 74 of 3994 patients [1.9%]; unadjusted odds ratio, 1.18; 95% CI, 0.86 to 1.61). At the time of hospital discharge, severe neurologic impairment (a score of 4 or 5 on the modified Rankin scale) had occurred in more of the survivors in the epinephrine group than in the placebo group (39 of 126 patients [31.0%] vs. 16 of 90 patients [17.8%]).

CONCLUSIONS

In adults with out-of-hospital cardiac arrest, the use of epinephrine resulted in a significantly higher rate of 30-day survival than the use of placebo, but there was no significant between-group difference in the rate of a favorable neurologic outcome because more survivors had severe neurologic impairment in the epinephrine group.

[Journal Club] Die PROCAMINO Studie

In Europa mag man den Na-Kanal Blocker Procainamid nicht so wirklich: Medikament der Wahl bei der stabilen Breitkomplex-Tachykardie ist Amiodaron  (Sedacoron® – Bei der instabilen Tachykardie wäre es übrigens die elektrische Kardioversion).

Mit der PROCAMINO Studie gibts recht gute Evidenz gegen Amiodaron  und für das Procainamid, die Anwendung der beiden Medikamente ist auch sehr ähnlich (Kurzinfusion, keine Bolusgabe!).

Wer mehr zur Studie lesen will: The Bottom Line

Unsere Frage an Euch da draussen: Wer hättte Procainamid zur Verfügung? Und wer benutzt es?

[Journal Club] Intubation durch Paramedics in Australien

PubMed LINK

In diesem interessanten Paper wurden über einen Zeitraum von 7 Jahren alle Paramedic-Intubationen ausgewertet (retrospektive Registerauswertung). Dabei intubierten Paramedics im Durchschnitt nur 3 mal pro Jahr,  jene mit mehr Intubations-Erfahrung erzielten eine höhere Erfolgsrate beim ersten Versuch, in der Gesamtschau war die Erfolgsrate jedoch auch so sehr hoch (95% Gesamt-Erfolgsrate und 80% First-Pass- Erfolgsrate).

Eine Einschränkung der Studie ist, dass die Erfolgsrate von den Paramedics selbst berichtet wurde (Reporting Bias), außerdem fehlten in 17% der Fälle die Daten zur Anzahl der Intubationsversuche. In diesen Fällen wurde von den Autoren angenommen, dass die Intubation beim 1. Versuch erfolgreich war.

Bei Patienten mit Herz-Kreislauf Stillstand hatte die Erfahrung des Paramedics keinen signifikaten Einfluss auf die Rate von ROSC oder Patienten-Überleben. Die endotracheale Intubation im allgemeinen hatte jedoch eine höhere Rate an ROSC zu Folge, ein Überlebensvorteil für Patienten konnte allerdings nicht nachgewiesen werden.


Abstract

Paramedic Intubation Experience Is Associated With Successful Tube Placement but Not Cardiac Arrest Survival.
Dyson K, Bray JE, Smith K, Bernard S, Straney L, Nair R, Finn J.
Ann Emerg Med. 2017 Sep;70(3):382-390.e1. doi: 10.1016/j.annemergmed.2017.02.002.

STUDY OBJECTIVE:
Paramedic experience with intubation may be an important factor in skill performance and patient outcomes. Our objective is to examine the association between previous intubation experience and successful intubation. In a subcohort of out-of-hospital cardiac arrest cases, we also measure the association between patient survival and previous paramedic intubation experience.

METHODS:
We analyzed data from Ambulance Victoria electronic patient care records and the Victorian Ambulance Cardiac Arrest Registry for January 1, 2008, to September 26, 2014. For each patient case, we defined intubation experience as the number of intubations attempted by each paramedic in the previous 3 years. Using logistic regression, we estimated the association between intubation experience and (1) successful intubation and (2) first-pass success. In the out-of-hospital cardiac arrest cohort, we determined the association between previous intubation experience and patient survival.

RESULTS:
During the 6.7-year study period, 769 paramedics attempted intubation in 14,857 patients. Paramedics typically performed 3 intubations per year (interquartile range 1 to 6). Most intubations were successful (95%), including 80% on the first attempt. Previous intubation experience was associated with intubation success (odds ratio 1.04; 95% confidence interval 1.03 to 1.05) and intubation first-pass success (odds ratio 1.02; 95% confidence interval 1.01 to 1.03). In the out-of-hospital cardiac arrest subcohort (n=9,751), paramedic intubation experience was not associated with patient survival.

CONCLUSION:
Paramedics in this Australian cohort performed few intubations. Previous experience was associated with successful intubation. Among out-of-hospital cardiac arrest patients for whom intubation was attempted, previous paramedic intubation experience was not associated with patient survival.

Bad News – das SPIKES Schema!

Schlechte Nachrichten zu Überbringen ist schwierig, besonders wenn man es gut machen will. Baile et al. haben im Jahr 2000 in „The Oncologist“ das SPIKES Schema publiziert, bis heute wurde die Publikation über 1200 mal zitiert und das Schema ist Teil der Ausbildung in vielen Studiengängen.

Wir haben das Schema für Euch in einem Infograph aufbereitet:

SPIKES Infograph als PDF

 

YEMA Stammtisch #5 und Neumitglieder-Aktion

Liebe Interessierte!

Wir möchten Euch herzlich zu unserem nächsten Stammtisch am 9. November einladen.

Wer? Notfallmedizin-Begeistere aus verschiedenen Berufsgruppen

Wo? nachBar, Laudongasse 8, 1080 Wien (2min von alten AKH, öffentlich sehr gut erreichbar)

Was? Gemütliches Zusammensein, interessante Unterhaltungen und kühle Getränke

Wann? Donnerstag 9.November 2017, ab 19 Uhr

 


Und für allen die schon immer Mitglied werden wollten möchten wir einen kleinen Anreiz bieten: Ab 1. Oktober bezahlt ihr gleich den Mitgliedsbeitrag für 2018! 

Gleich einen Mitgliedsantrag ausfüllen!

Was ist eigentlich #FOAM?

„FOAM“ steht für „Free Open Access Meducation“

„Erfunden“ wurde der Begriff im Jahr 2012 im Rahmen einer Konferenz in Irland. FOAM ist keine Bezeichnung für eine bestimmte Art von Ressourcen oder ein Fortbildungs-Konzept,  es ist vielmehr eine gemeinschaftliche Bewegung mit dem Ziel, kostenlose medizinische Aus- und Fortbildungsressourcen über das Internet einem möglichst breiten Kreis von Personen zugänglich zu machen.  Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Blogs (meist Textbeiträge) und Podcasts (Audiobeiträge).

Inzwischen gibt es eine sehr große Zahl an Ressourcen im Internet. Häufig wird genau das als Nachteil gesehen – wem kann man glauben? Immerhin gibt es keine festen akademischen Strukturen wie bei klassischen Journals oder Kongressen.

Wie FOAM funktioniert

Doch das ist auch nicht notwendig, denn FOAM ist kein Ersatz für solche Strukturen, sondern vielmehr eine Erweiterun – Stichwort „asynchrones Lernen“. Man stelle sich eine wöchentliche Abteilungsvorbildung vor: Jemand aus dem Team bereitet eine Präsentation zu einem Thema vor, jene die gerade da sind und Zeit haben kommen vorbei und hören sich das an. Typischerweise werden nie alle da sein, wer den Krankenhausalltag kennt wird wissen, dass man im stressigen Alltag oft auch nicht zu 100% aufnahmefähig ist.

Genau an diesem Punkt setzt FOAM an: Statt eine Präsentation für einen begrenzten Personenkreis zu machen, hat man begonnen Fortbildungen aufzunehmen und kostenlos ins Internet zu stellen. Damit ist sie jederzeit für alle Interessierten verfügbar und als Zuhörer kann man selbst entscheiden, wann man „aufnahmefähig“ ist und etwas neues lernen will.

Ein weiterer Punkt ist natürlich auch, dass Fortbildungen nicht überall verfügbar sind: FOAM trägt damit auch aktiv zur Verbreitung von Wissen an in dieser Hinsicht benachteiligte Menschen bei – denn die einzige Voraussetzung um die Inhalte zu konsumieren ist ein Internetzugang.

Viele Infos – aber wo soll man anfangen?

Das „Mutterschiff“ der FOAM-Bewegung ist life in the fast lane, eine sehr umfangreiche Seite aus Australien mit großen Autorenteam. Sie vereint Blogposts, Podcasts und bietet insbesondere ein wöchentliches Review der besten internationalen FOAM-Beiträge. Auch die Top 100 ist einen Blick wert, hier findet man echte Klassiker. Sehr bekannt ist außerdem EMCrit von Scott Weingart, REBEL EM und The Skeptic’s Guide to EM.

Allen, die keine wesentliche Publikation verpassen wollen seien the Bottom Line und Critical Care Reviews, hier insbesondere das jährlich kostenlos als PDF erscheinende Buch mit den wichtigsten Studien des vergangenen Jahres empfohlen.

Aber auch auf Deutsch gibt es inzwischen einige Angebote: dasFOAM vereint eine ganze Reihe von Autoren und bietet ebenfalls ein regelmäßiges Review interessanter Beiträge aus der FOAM-Welt. News Papers ist eine interessante Seite mit einem Fokus auf aktueller Literatur, bei wAINS World findet man Beiträge zu einem breiten Spektrum von Themen im AINS-Bereich.  Mit FOAMina gibt es auch ein ein spannendes Angebot aus Österreich.

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf SMACC. SMACC ist der Kongress zur FOAM-Bewegung und steht für Social Media and Critical Care. Der Kongress selbst ist zwar nicht kostenlos, allerdings werden alle Vorträge in sehr hoher Qualität aufgenommen und übers Jahr verteilt wird alles kostenlos online gestellt. Und die Mediatheken haben es wirklich in sich – bald folgt an dieser Stelle ein Beitrag mit unseren „Best of SMACC“ Talks. Schaut wieder rein!